Im südlichen Teil, dort wo der Parco Nazionale del Cilento eine der schönsten Küstenlandschaften Italiens küsst, liegt das kleine, beschauliche Dörfchen Terradura mit seinen knapp 100 Einwohnern.
Terradura ist nicht unbedingt in jede Landkarte eingezeichnet, dass ist auch gut so und tut der Ursprünglichkeit der Leute und des Dorfes gut.

Terradura liegt rund 7km Luftlinie vom etwa 180m tiefer liegendem Meer mit direkten Blick auf Velia!

Und die paar Urlauber (eher italienischer denn deutscher Herkunft), die sich dann doch hierhin verirren, werden mit einer großen Herzlichkeit aufgenommen! So geschehen in der Azienda Casa Leone, aber davon mehr, etwas weiter unten ..

 

Der Mittelpunkt des Dorfes ist eine der zwei Bar´s. Hier trinkt man Vormittag´s seinen ersten Caffè,

 

Nachmittag kehrt dann für zwei, drei Stunden Ruhe ein, aber dann trifft man sich zum Kartenspiel und zur

"conversatione" und dies geschieht dann meist recht leidenschaftlich.

 

Oder es wird Karten gespielt, bis weit

in die Nacht. Vor zwei Uhr morgens haben wir es zumindest nicht erlebt, dass die Bar geschlossen hat.


Jetzt wird´s selbst der Besitzerin zu spät, schwingt sich aufs Fahrrad, ihr Mann wird uns schon weiter "versorgen" ...

 

Anders als bislang in Italien gewohnt, werden die Straßen und Plätze in Terradura nicht zu Ferragosto, am 15. August geschmückt und 
herausgeputzt, Terradura feiert am 12. August ihre Santa Sophia.
Zu diesem Fest ist das ganze Dorf auf den Füssen. Die Musikkapelle probt bereits am Morgen auf der Straße, um später die Prozession musikalisch zu begleiten. Die Straßen werden geschmückt, und ein jeder ist auf den Beinen.
gekrönt wird das Fest typisch italienisch. Ein riesiges Feuerwerk wird dann, wenn es schon dunkel ist, abgefeuert. Das ganz Dorf ist auf den Straßen - obwohl, in Terradura gibt es nur eine Straße - aber egal, die ist dann eben voll. Und ein Durchkommen, geschweige denn für Autos, vollkommen ausgeschlossen.

Eben typisch bella Italia.

 

Unser Aufenthalt in der Azienda Casa Leone

Es sollten ruhige 14 Tage werden. Auf diesem Foto bereits ein Vorgeschmack. Denn Animatione und Disco, das gab es in Terradura nun wirklich nicht. Aber dafür ganz andere Dinge, die wir dann schon recht genießen konnten! Während Mama und die Buben entweder ruhten, oder in ein Buch schauten, oder gar Gameboy spielten, konnte ich es nicht lassen, die gut ausgestattete Küche zu probieren. Ja, probieren auch, aber das kommt später, erst einmal wurde gekocht.
Als primi piatto gab es Fusili mit frischem Oregano und wirklich aromatischen Tomaten, wie es solche eben nur in Italien gibt. Dazu einen frischen Salat, Aqua Minerale con gas e vino della casa. Als secondi piatto scaloppina alla vino bianco. Als hätten wir nie etwas anderes zu kochen gelernt ;-)
Dies ist Pippo, das Hausschwein. Geschlachtet darf er nie werden, angeblich ist sein Fleisch bitter. Na ja, wenn es seinem Überleben dient, dann eben nicht, wir kaufen das Fleisch eh in der macelleria ! Mara und Lina bewiesen großen Mut und wagten sich so nah an Pippo. Unser Andreas sah Pippo nur aus weitester Entfernung, nur Sebastian fasste sich auch einmal Mut und brachte ihm Eis - ja, Eis, auch ein Schwein braucht Abkühlung ...
... Pippo verbringt ein ganz ein ruhiges Leben hinter dem Haus - wenn er nicht geärgert wird, so mindestens einmal täglich vom Hausherrn - Armando sagt, das wäre gut für den Muskelaufbau ...
Auf diesem Foto sehen wir Armando, unser Hausherr, bei der täglichen sportlichen Betätigung mit Pippo, und wir sehen Matthias, unsere nette Urlaubsbekanntschaft aus Warburg, wo immer dies auch im Norden sein mag ;-) Matthias und ich machten Limoncello selbst und dazu holte sich Matthias frische Zitronenblätter aus dem Garten.

Übrigens, alle blau umrahmten Fotos stammen aus der Kamera von Barbara, Matthias´ Frau und die Mutter von Mara und Lina !!!

 

So einmal in der Woche kommt der Fischhändler mit seinem kleinen Lieferwagen ins Dorf und verkauft frischen Fisch. Das sind dann die Tage, wo man sich auf das Abendessen ganz besonders freut.

Teresa, die gute Fee des Hauses, wäscht und putzt hier die Fische, Andreas staunt, denn so viel haben wir ja nie zu Hause.

Wenn wir nicht selber kochten, und das fällt bei den tollen Abendessen in der Casa Leone nicht schwer, isst man ganz ungezwungen mit anderen Gästen einfach auf der Terrasse. Armando ist ein super Koch, der immer gerne Tipps und Ratschläge an ganz neugierige Touristen weitergibt ...
... am offenen Feuer wird meist gegrillt. Während wir noch mit dem ersten Gang, eben dem primi piatto beschäftigt sind, wird Fleisch oder Fisch kräftig gewürzt auf den Grill gelegt. Wenn dann die Rosmarinzweige langsam verglühen und das Fleisch bruzelt, man kann es gar nicht mehr erwarten, bis die Teller auf den Tisch kommen ...

Einmal wünschte ich mir capra, wird ja bei uns nicht jeden Tag gegrillt. Unten links auf dem Foto sieht man noch eine Keule, oder hat eine Ziege Schenkel. Ich denke, es ist egal, es hat vorzüglich geschmeckt, die Buben haben da ganz kräftig mitprobiert, nur Ingrid, bei Ingrid gab es pesce, aber auch vom Grill, und bestens gewürzt.

Voller Stolz zeigt uns Armando hier noch ein letztes Mal ein Prachtexemplar, bevor er es grillt.

So ein Teil muss ja einfach gut schmecken ...

Und wenn sich Armando einmal ganz besonders um seine Gäste kümmern muss, dann wird schon mal ein gestandener Hobbykoch verpflichtet, um nach dem Rechten zu schauen.

Gemeinsam gegrillt, gemeinsam gegessen, gemeinsam getrunken und gemeinsam gelacht!

Limoncello, eine Spezialität aus Campania, denn nur der Limoncello von hier schmeckt unvergleichlich gut !!!

Am Anfang steht der Zitronenbaum und die Sehnsucht nach etwas Unvergleichlichen. In Deutschland wohl nicht nachproduzierbar, doch zuhause immer dann bei der Hand, wenn die Sehnsucht nach der Italienischen Sonne unerträglich wird.

Ein Schluck Limoncello, die Augen zu, und du hörst das italienische Meer rauschen ...

Armando hat Matthias und mich in die tiefsten Geheimnisse der Limoncello-Produktion eingeführt. Wie man deutlich sieht, auch hier hat der Herrgott vor dem Vergnügen den Schweiß gesetzt. Und nach der ersten Arbeit 10 Tage warten, fast unerträglich, aber dann war es soweit ...
Sebastian ging mir hier ganz professionell zur Hand. Liter für Liter wurde dann abgefüllt. Mit Liebe und größter Sorgfalt wurden die Flaschen in Watte gepackt, um sie ja unversehrt nach Hause zu bringen ...

ich kann es vorweg nehmen, alles kam gut an und das Beste, der Limoncello schmeckt zu Hause wie in bella Italia ... und das ist ja bei anderen Dingen nicht immer so !!!

Ein ganz toller Grillabend bei Barbara und Matthias im Haus Mare e Monti

Das Haus Mare e Monti gehört sicherlich zu den Highlights der Ferienhäuser, die Armando Troccoli verwaltet. Es liegt alleinstehend auf 5000qm Land mit einem wunderbaren Blick zum Meer, auf Velia und zu den rundum liegenden Hügelketten vom Monte Stella bis zur Punta Minnelea hinter Pioppi.
Die großzügige Terrasse lädt ja gerade dazu ein, einen Abend mit allen Köstlichkeiten des Cilento aus Küche und Keller zu verbringen.
Matthias, unser Gastgeber, versteht es natürlich exzellent, für uns Bayern nahe der Küste wohnend, mit derart zartem Grillgut umzugehen, wie kein Anderer. Dorade, Schwert- und Thunfisch, für ihn einfach kein Problem. Und wir Südstaatler nutzten diese Gastfreundschaft gnadenlos aus. Selbst zum Nachtisch gönnten wir Matthias keine Ruhe. Tief in sein Nähkästchen musste er greifen, aber enttäuscht wurde niemand ...
... so konnten wir caramelisierte Feigen mit Mascarpone-Creme in Vollendung geniessen ..

... angerichtet nicht einfach nur auf Teller, sondern mit Liebe, so was muss man erleben ...

... beschreiben kann man es nicht !

 

Eine kleine Geschichte, wie sie sich auf der Terasse der Villa Mare e Monti so zugetragen hat ...
...eines morgens gesellte sich zu uns auf den reichhaltig gedeckten Frühstückstisch ein wunderschöner Grashüpfer mit nur einem Sprungbein, wir nannten ihn ganz liebevoll "Flip"! Unsere tierliebe Lina (siehe Pippo) und der Grashüpfer verstanden sich von Anfang an prächtig. Und nach kurzer Unterhaltung wurde Flip von Linas Arm in die Weiten des Mare e Monti - Gartens in die Freiheit entlassen, um mit einem kühnen Sprung ...
direkt in das Maul einer der nicht weniger schönen Eidechse zu landen. Blankes Entsetzen bei Familie Schlesies (ganz besonders bei Lina) war die Folge! Aber das sind wahre Naturschauspiele im Cilento!

Text und Bilder von Barbara, Matthias mit Mara und Lina, mille grazie!

e stato bello aver fatto la vostro conoscenza, allora ciao !

Ein ganz besonderes Dankeschön geht an unsere Gastgeber Armando und Helga.

Noch nie waren wir so nah am Volk, noch nie haben wir italienisches Leben so hautnah erlebt!

Wir genossen jede harmonische Stunde, gleichwohl lebten wir auch hin und wieder den Stress mit.

Ich denke, die Darstellung der Casa Leone und von Terradura zeigt, wie sehr wir uns wohlfühlten.

Wir haben viel nach Hause mitgenommen, nicht nur den Limoncello ...

e stato bello aver fatto la vostro conoscenza,  
allora ciao!