Blick von Maierá nach Grisolia In Scalea am Meer ankommend fuhren wir in südliche Richtung nach Maierá, einem kleinen Bergdorf in 360m Höhe. Die Einwohner wollten sich hier hoch oben gegen die Invasionen der Sarazenen schützen. Besonders beeindruckend ist der Ausblick zum nur wenige 100m entfernten und scheinbar zum Greifen nahen Ort Grisolia (Bild links). Aber zwischen den Orten klafft das unzugängliche Tal des Wildbachs Vaccuta. Ab hier hatten wir dann so richtig schlechtes Wetter, wir nahmen den scheinbar kurzen Weg durch das Gebirge und über mehrere Pässe erreichten wir am Abend wieder unseren Ausgangspunkt Morano Calabro.

am Passo dello Scalone


Chiesetta di Piedigrotta

Um 5.00 Uhr morgens scheuchte ich die ganze Familie aus dem Bett, um das geplante Tagespensum zu schaffen. Wir fuhren, einfach um Zeit zu gewinnen, auf der Autostrada von Ost nach West. Am Tyrrenischen Meer angekommen, führte uns unser erste Weg nach Pizzo, einer kleinen Stadt über dem Golfo di Sant`Eufemia. Hier am nördlichen Ortsende befindet sich die kleine Kirche Piedigrotta.

Chiesetta di Piedigrotta
Chiesetta di Piedigrotta ist vollständig in den Fels gehauen. Errichtet wurde sie Ende des 17. Jh. von neapolitanischen Seeleuten nach glücklicher Rettung aus schwerer Seenot. Ende des 19. Jh. griff der lokale Künstler Angelo Barone zur Spitzhacke, erweiterte die Grotte und schmückte sie mit Dutzenden naiver Heiligenfiguren, die er direkt aus dem weichen Sandstein schlug.

Eine der vielen Nischen mit Skulpturen

Trotz der Einmaligkeit und des unschätzbaren Wertes der Tuffsteinkirche sind bis heute noch keine Restaurierungsarbeiten veranlasst worden. So zersetzt der durch die Öffnungen eindringende Regen und die salzhaltige Meeresluft langsam aber stetig dieses einmalige Kunstwerk. Einzig der Fischer Francesco Generoso sorgt seit langer Zeit in der Tradition seines Vaters für die Zugänglichkeit und Reinhaltung der Grotte.

Blick auf die Isola Bella

Tropea - die Perle des Tyrrhenischen Meeres (!?)

Auf einem Felsen hoch über dem Meer liegt der rund 7000 Einwohner zählende, beliebte Ferienort. Die Ursprünge der Stadt und die Bedeutung und Herkunft des Namens sind ebenso ungeklärt wie der Beliebtheitsgrad der Touristen an dieser Stadt. Die Touristenscharen schieben sich wie Ameisenstraßen zu den wenig bedeutenden Bauwerken. Einzig der Blick auf die Isola Bella mit der Kirche Santa Maria dell`Isola ist vielleicht eine Reise wert. Ansonsten nichts wie weg in Richtung Süden, entlang der Küste der Götter, die ihrem Namen alle Ehre macht.

Blick vom Capo Vaticano

Capo Vaticano, das "vatikanische Kap", gilt als das schönste Küstengebiet Kalabriens und bietet faszinierende, atemberaubende und wunderbare Ausblicke auf das Meer und die Klippen. Bezaubernde Ausblicke auf bizarre Felsformationen bietet der Aussichtspunkt Belvedere an der nördlichen Kapseite. Wen wundert es, dass auch dieser Ort mit der Legende von einer Frau verbunden ist. Canfora, eine wunderschöne, von den Sarazenen geraubte Frau, Blick vom Capo Vaticano
soll sich vom Kap in den Tod gestürzt haben. Seitdem leuchte das Meer in ihren Lieblingsfarben azur und türkis, erzählen sich die Kalabresen.

Ganz in der Nähe befindet sich ein kleiner, netter Laden. Ganz selbstverständlich kann man hier die selbst gemachten Spezialitäten probieren. Honig

und Marmelade in allen Geschmacksrichtungen, sei es Kastanie, Nuß oder Zitrone, gibt es zu kaufen, daneben aber auch teuflisch scharfe, getrocknete peperoni. Diese sind das fundamentale Gewürz in der kalabresischen Küche und verleiht jedem Gericht eine unverwechselbare pikante Würze.

Wenn auch die Isole Eolie nicht zur Region Kalabrien gehören, so wären sie in unserem Reisebericht an dieser Stelle gestanden. Aber einen Ausflug auf die Äolischen Inseln (oder auch in Deutschland Liparische - Inseln genannt)  haben wir uns aus verschiedenen Gründen erspart. Zum einen wollen wir uns einen Ausflug auf die Vulkaninseln für spätere Jahre aufheben, zum anderen war uns ein Pauschal-TUI-Badeschlapfen-Urlauber-Tourist-Tagesausflug für mehr als 200,- € einfach zu teuer.